Permakultur kurz erklärt

Praxisbeispiele

"Permakultur ist eine ökologische Planungsstrategie, die versucht, alle geplanten Elemente in eine sinnvolle Wechselwirkung miteinander zu bringen. "1



 

Ein Leben im Einklang mit der Natur, Weniger Arbeit bei mehr Ertrag, mit allen Sinnen genießen, Vielfalt schätzen – klingt gut? Dies sind einige der Prinzipien, die in der Permakultur Anwendung finden.

Indem wir die vielfältigen Zusammenhänge und Wechselwirkungen eines Ortes beobachten und verstehen, können wir sie zu unserem Nutzen gezielt einsetzen und so mit der Natur arbeiten, statt gegen sie. Je besser es uns dabei gelingt, Teile des Systems miteinander zu vernetzen und kleine Kreisläufe zu schaffen, desto größer werden Stabilität und Ertrag. So bekommen wir zum Beispiel einen äußerst produktiven Nutzgarten, dessen verschiedene Elemente einander gegenseitig fördern und gesund erhalten und wir können gleichzeitig auf umweltschädliche Mittel verzichten.

"Die Permakultur ist dabei viel mehr als eine besonders sanfte Methode organischen Gärtnerns – sie erforscht die Grundlagen dauerhaften und nachhaltig pflegnutzenden In-der-Welt-Seins des Menschen. "2



 

Zwar liegt der Ursprung im organischen Landbau, der auch noch immer ein Anwendungsschwerpunkt ist, die Prinzipien und Methoden sind aber übertragbar auf verschiedenste Bereiche. Projekte mit so verschiedenen Themen wie Bildung, Gesundheit, Bauen, aber auch Finanzen, Wirtschaft oder Gemeinschaften können nach Permakultur-Prinzipien gestaltet werden.

"Permakultur ist nicht etwas, was man sehen kann. Permakultur ist eine Strategie, die als Muster hinter den Entscheidungen steht, die man bei der Gestaltung eines Ortes fällt."1



 

Dabei haben die Begründer der Permakultur, Bill Mollison und David Holmgren, einen methodischen Prozess entwickelt, der sich aus dem Ablauf von Beobachtung, Analyse, Gestaltung, Umsetzung und Erhaltung des Projektes zusammensetzt. Grundlage bilden die drei ethischen Grundprinzipien: Sorge für die Natur - Sorge für die Menschen - gerechtes Teilen und Nutzen von Ressourcen.

Permakultur ist die Kunst, Systeme nachhaltig miteinander zu vernetzen. Sie schärft den Blickwinkel für Zusammenhänge und Ressourcen, für prinzipielle Muster und Entwicklungsmöglichkeiten. "1


 

Das Studium am Permakultur-Campus Hamburg lehrte mich diesen Blick auf Zusammenhänge und Wechselwirkungen eines Ortes, auf die vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten, diese sinnvoll und nachhaltig zu entwickeln und zu nutzen. Die Anwendung des Gestaltungsprozess und der Permakultur-Prinzipien sind für mich großartige Werkzeuge zur Gestaltung naturnaher Gärten und Naturerlebnisräume.

 

1Verein für Ganzheitliches Lernen und ökologische Fragen e.V., http://www.zentrum-prinzhoefte.de

2David Holmgren , OYA-online, erschienen in 49/2018